Toleranzen von Kostenermittlungen

Für die Genauigkeit der einzelnen Kostenermittlungsarten nach DIN 276 gibt es keine eindeutigen gesetzlichen oder normativen Bestimmungen. Aus der Rechtssprechung bzw. Fachliteratur lassen sich jedoch etwa folgende Werte für die zulässigen Abweichungen von den letztlich zu erwartenden bzw. tatsächlich entstehenden Kosten (Kostenfeststellung auf der Grundlage geprüfter Schlussrechnungen, Gebührenrechnungen usw.) entnehmen:

 

1. Kostenschätzung

2 – Vorplanung (∅ 30-40 %)

30 %Werner/Pastor: Der Bauprozess (1788*)
35 %(bei Altbausanierung !) – OLG Zweibrücken (BauR 1993 / 375*)
14,86 %jedenfalls hinnehmbar – OLG Hamm (BauR 1991 / 246*)
27,2 %BGH für eine überschlägige Schätzung
18 %BGH (BauR 1994 / 268*)
58 %LG Freiburg (MDR 1955 / 151*)
39 %OLG Hamm (DB 1986 / 1172*)
30 %OLG Stuttgart (BauR 1977 / 426*)
bis 40%Glaser “Der Architekt” (1960 / 383*)
bis 40%Dostmann (BauR 1973 / 159/161*)

*Randnummer

 

2. Kostenberechnung

3 – Entwurfsplanung (∅ 20-25 %)

20-25 %Locher/Koeble/Frick (HOAI / Einleitung / 99*)
20-25 %Werner/Pastor: Der Bauprozess (1789*)

*Randnummer

 

3. Kostenanschlag

7 – Mitwirkung der Vergabe (∅ 10 % “Sollkosten”)

10-15 %Locher/Koeble/Frick (HOAI / Einleitung)
10-15 %Werner/Pastor: Der Bauprozess

 

4. Kostenfeststellung

8 – Objektüberwachung (100 % / keine Abweichung)